#1

Vor den Wochen der Wahrheit: Zwote auf Aufstiegskurs

in Spielberichte 06.03.2015 21:25
von wehrmann1 • Very Cool-User | 19 Beiträge

Noch während der Saisonvorbereitung wurde innerhalb der Mannschaft der Zwoten eine Umfrage zum Saisonziel gestartet. Die einhellige Meinung: Aufstieg in die Landesliga.
Dass der Weg dahin in der recht starken Staffel nicht einfach werden würde, war den Meisten bewusst. Oft hörte man dann auch Sätze wie „wenn wir es in dieser Staffel nicht schaffen, haben wir da oben sowieso nichts verloren“.

Bisherige Saison mit Höhen und Tiefen

Den Saisonverlauf kann man bis dato als wellenförmig beschreiben. Gute bis starke Spiele wie die beiden knappen Niederlagen gegen Topfavorit OSF III (Hin 28:29, Rück 21:23), die größtenteils konzentrierten Leistungen gegen die vermeintlich schwächeren Teams Hellersdorf III (Hin 42:18), Lichtenrade II (Hin 38:23), Hbfr. Pankow (Rück 33:24) oder die überzeugenden Siege gegen die Aufstiegskonkurrenten ATV (Hin 27:19) und HSG Kreuzberg (Hin 30:19) wechselten sich mit schwachen Partien wie den unnötig knappen Hinspiel-Siegen gegen Hbfr. Pankow (26:22) und Ajax/Altglienicke II (25:22) oder der Hinspiel-Niederlage gegen Z 88 (23:24) ab. Auch das Rückspiel gegen die zweite Vertretung von Ajax/Altglienicke war trotz des Ergebnisses (34:28) keine Augenweide und eher ein K(r)ampf.

Schaut man auf das Torverhältnis in der Tabelle, sieht man, dass wir nach 16 Spielen mit 473 Toren den zweitbesten Angriff und mit 267 Gegentoren die drittbeste Abwehr stellen. Das sind nach Adam Riese bzw. laut Taschenrechner knapp 30 erzielte Tore und nur ca. 23 Gegentreffer pro Partie. Die Werte zeigen, dass wir uns zu Recht dort oben befinden. Denn wenn unser Defensivverbund richtig steht, die Absprache mit Kreisübernahme und dem Rein-und Raustreten klappt und unsere Torhüter gut drauf sind, ist es für jeden Gegner schwer gegen uns Chancen heraus zu spielen bzw. zum Torerfolg zu kommen. Und vorne können wir auf ein ordentliches Repertoire an Spielzügen zurückgreifen bzw. kommen dank der guten Abwehr zu Tempogegenstößen.

Doch leider zeigten wir auch des Öfteren, dass wir uns schwer taten, wenn es mal nicht rund lief. Bei starken Abwehrreihen fehlte uns trotz der Spielzüge oft der nötige Zug zum Tor und hinten stimmte gerade nach Spielerwechseln während des Spiels die Abstimmung nicht mehr. Unser größtes Manko jedoch war und ist die Chancenverwertung. So verwandelten wir z.B. im Hinspiel bei Ajax nur 25 unserer knapp 70 Torchancen. Auch fehlte uns manchmal die Konzentration oder die Cleverness frühzeitig „den Sack zu zu machen“.

Dieses Attribut trifft, wenn auch nur bedingt, auf die Spiele gegen AC/Eintracht II (Hin 31:20) und Hellersdorf III (Rück 33:16) zu. Zwar steht jeweils am Ende ein deutliches Ergebnis zu Buche. Doch bei beiden Spielen hatten wir scheinbar schon zur Halbzeit gewonnen und ließen den Gegner unnötig lange im Spiel. Ähnlich war das bei den durchwachsenen Hinspielen gegen Hermsdorf/Waidmannslust (25:25) und BW Spandau 2000 (31:29). Während es in Spandau am Ende noch zu zwei Punkten reichte, gaben wir in Hermsdorf den sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand und mussten am Ende sogar mit dem einen Punkt zufrieden sein.

Beispiel par Excellence: Das Rückspiel bei Z 88

Man hätte sich den ganzen bisherigen Text auch sparen können und einfach nur das Rückspiel gegen Z 88 beschreiben können. Denn dieses Spiel war ein Paradebeispiel für die oben erwähnte Wellenbewegung.

Aus dem Hinspiel waren wir eigentlich gewarnt. Dort hatten wir geführt, Z 88 durch einfache Fehler wieder ins Spiel gelassen und am Ende mit leeren Händen da gestanden. So sollte es diesmal nicht laufen. Und genau darauf wies Roland uns in seiner Ansprache auch hin. Und auf den Halbrechten. Denn der hatten uns im Hinspiel einige Dinger eingeschenkt.

Das Spiel begann sehr ausgeglichen. 1:1, 3:3 und 4:4 lauteten die ersten Zwischenstände. In der Abwehr hatten wir uns noch nicht ganz gefunden und auch vorne fehlte noch ein Quäntchen mehr Entschlossenheit. Vor allem der erwähnte Halbrechte kam öfter ungehindert zum Wurf. Linke Abwehrseite ein wenig offensiver und vorne konsequenter in die Lücke: Zack und schon setzt man sich ab (4:6, 6:9, 8:12). Vier Tore Vorsprung und den Angriff der Zehlendorfer, zumindest vorerst, vor schwer lösbare Probleme gestellt. Denn nicht nur die leicht versetzte Spitze am Shooter der Südberliner, sondern vor allem die gesunde Aggressivität unserer gesamten Abwehr bereitet den Gastgebern Schwierigkeiten. Einziges Manko (mal wieder): Die Chancenverwertung. Besonders der Pfosten wurde zu unserem Lieblingsspielpartner. So hieß der Halbzeitstand 12:16.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte befanden wir uns noch in der steigenden Phase der Welle. Die Defensive stand weiterhin stabil und vorne wurde getroffen (12:18, 13:19). Doch dann begann die Welle sich langsam der Gravitation zu beugen und zu fallen. Der Bruch in unserem Spiel ist nicht gänzlich zu erklären. Der Zehlendorfer Angriff hatte sich nun besser auf uns eingestellt. Sie stellten ihren Shooter immer öfter an den Kreis, zogen unsere Spitze etwas nach draußen und so blieb genügend Platz für den ebenfalls wurfstarken Halblinken. Und vorne, tja, vorne lief bei uns irgendwie nichts mehr zusammen. Z 88 hatte nun selbst auf eine 5:1-Abwehr umgestellt. Damit kamen wir zunächst nicht klar. Hinzu kamen unnötigen Zeitstrafen und Ungenauigkeiten bzw. Pech im Abschluss. Die Folge war ein 7:0-Lauf der Zehlendorfer (20:19). Déjà-Vu. Auch im Hinspiel hatte Z 88 das Spiel noch gedreht.

Genauso unerklärlich wie unser Einbruch war es, wie wir uns im Spiel halten konnten. Z 88 spielte clever und hielt einen Zwei-Tore-Abstand (22:20, 23:21, 24:22). Doch uns gelang irgendwie der Ausgleich (24:24). Auch knapp 30 Sekunden vor Schluss stand es Unentschieden (26:26). Vermutlich letzter Angriff für Z 88 und die Südberliner erspielten sich eine Chance und konnten von uns nur durch ein Foul gestoppt werden. 7m bei noch 10 Sekunden. Torwartwechsel bei uns. Markus raus, Thies rein. Und tatsächlich machte sich diese Maßnahme nicht nur wegen der dadurch gestoppten Zeit bezahlt. Thies parierte den Strafwurf und so blieb es beim 26:26. Das ganze Spiel betrachtet war es ein Punktverlust, sieht man die letzten 10-15 min, war es ein Punktgewinn.

Wochen der Wahrheit

Wie erwähnt stand diese Partie stellvertretend für unsere bisherige Saison. Sehr gute Phasen mit sehr starker Defensivleistung und konsequenten Angriffen, gefolgt von lückenhafter Abwehr und harmlosen Offensivaktionen. Ein Auf und Ab – eine Wellenbewegung eben.

Nun stehen die Wochen der Wahrheit mit drei wichtigen Spielen gegen direkte Konkurrenten an. Zunächst kommen die Heimspiele gegen Hermsdorf (8.3.) und Spandau (15.3.) an und dann müssen wir zum Auswärtsspiel bei ATV (20.3. - wie immer Freitagabend). Insofern kam der Dämpfer gegen Z 88 zum richtigen Zeitpunkt, denn so sind alle nochmal richtig fokussiert auf das angestrebte Saisonziel: Aufstieg!

In dem Sinne
Rolle Rolle


zuletzt bearbeitet 06.03.2015 21:37 | nach oben springen


Besucher
0 Mitglieder und 2 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Barbara Ogier
Forum Statistiken
Das Forum hat 1577 Themen und 4915 Beiträge.

Xobor Forum Software von Xobor.de
Einfach ein Forum erstellen